Das Kniegelenk

Kniechirurgie auf höchstem Niveau in der Klinik Manhagen

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es verbindet Oberschenkel (Femur), Unterschenkel (Tibia) und Kniescheibe (Patella) und ermöglicht gleichzeitig Beweglichkeit und Stabilität.

Um den hohen Anforderungen im Alltag und bei sportlicher Belastung gerecht zu werden, arbeitet ein komplexes Zusammenspiel aus:

  • Gelenkkapsel
  • Menisken
  • Seiten- und Kreuzbändern
  • Knorpelstrukturen
  • umgebender Muskulatur

Nur durch dieses fein abgestimmte System kann das Knie sowohl einen großen Bewegungsumfang als auch eine langfristige Belastbarkeit gewährleisten.

 

Leistungspektrum der Kniechirurgie

Meniskuschirurgie

Erhalten von gesunder Meniskus-Substanz für Ihre Beweglichkeit

  • Schonendes arthroskopisches Teilentfernen von Blockaden
  • Meniskusnähte und -refixationen
  • Implantation von Ersatzmeniskus (CMI)
Knorpelchirurgie

Individuelle Behandlung je nach Ursache

  • Mikrofrakturierung bei kleinsten Defekten
  • High-End-Knorpeltransplantationen (ACT)
  • Knorpelregeneration bei großen Defekten
  • Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern (KKT)
Kreuzbandchirurgie

Stabilität und Funktionsfähigkeit sichern

  • Ersatzplastik mit körpereigenen Sehnen
  • Refixationen von knochennahen Abrissen
  • Anatomischer vorderer und hinterer Kreuzbandersatz
  • Versorgung von Multiligamentverletzungen
Patella

Behebung von Instabilität und Fehllauf

  • Bandstabilisierung (MPFL-Plastik)
  • Herstellen eines normalen Gleitlagers (Trochleaplastik)
  • Knöcherne Korrektur bei pathologischem Kniescheibenlauf
Achskorrekturen

Korrektur bei fehlerhafter Beinachse

  • Vermeiden von Überlastung sowie verfrühter Arthrose 
  • Umstellungsosteotomie an Femur oder Tibia
Prothetik

Spezialisierte, moderne Endoprothetik

  • Nur defekte Gelenkabschnitte (Teilgelenke) werden erneuert (Resurfacing)
  • Natürliches Gelenkgefühl bei Schlittenprothesen
  • Computergestützte Navigation bei schweren Fehlstellungen
  • Oberflächenersatz bei schwersten Arthrosen 

Häufige Beschwerden und individuelle Therapie

Sowohl akute Verletzungen als auch Verschleißerkrankungen (Arthrose) treten am Kniegelenk häufig auf. Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine präzise Diagnostik entscheidend. Auf dieser Basis wird individuell entschieden, ob eine konservative Therapie oder ein operativer Eingriff sinnvoll ist. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche und individuell passende Behandlung zu finden – für eine nachhaltige Funktion und Belastbarkeit Ihres Kniegelenks.

Riss des vorderen Kreuzbandes

Die Kreuzbänder sind die „zentrale Säule“ des Kniegelenks und entscheidend für dessen Stabilität. Während Verletzungen des hinteren Kreuzbandes selten sind, gehört der Riss des vorderen Kreuzbandes (VKB-Ruptur) zu den häufigsten Bandverletzungen.

Typischerweise entsteht diese Verletzung bei sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Skifahren oder Tennis. Häufige Unfallmechanismen sind ein Verdrehen des Kniegelenks bei festem Stand oder eine direkte Krafteinwirkung, beispielsweise durch einen Gegenspieler.

Oft treten Begleitverletzungen auf, insbesondere an Menisken und Seitenbändern. Die Kombination aus vorderem Kreuzbandriss, Innenband- und Innenmeniskusverletzung wird als „Unhappy Triad“ bezeichnet.

Symptome und Folgen

Nach Abklingen der akuten Schmerzen und Schwellung steht vor allem die Instabilität des Kniegelenks im Vordergrund. Typisch ist das sogenannte „Giving-Way“, ein plötzliches Wegknicken des Knies, das zu erneuten Schmerzen oder Stürzen führen kann.

Diese Instabilität:

  • erschwert die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten
  • beeinträchtigt die Alltagsbelastbarkeit
  • erhöht langfristig das Risiko für Arthrose

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach Alter, Aktivitätsniveau und individuellen Anforderungen:

  • Junge, aktive Patientinnen und Patienten: meist operative Versorgung empfohlen
  • Mittleres Lebensalter: individuelle Entscheidung zwischen konservativer und operativer Therapie

Operative Therapie: Kreuzbandersatzplastik

Die Standardbehandlung ist die Kreuzbandersatzplastik. Dabei wird ein körpereigenes Sehnentransplantat eingesetzt, meist:

  • aus der Hamstring-Sehne (Oberschenkelrückseite)
  • alternativ aus der Quadrizepssehne

Das Transplantat wird über kleine Knochenkanäle im Knie verankert und übernimmt die Funktion des ursprünglichen Kreuzbandes. Der Eingriff erfolgt arthroskopisch (minimal-invasiv). Begleitverletzungen wie Meniskus- oder Bandverletzungen können dabei direkt mitbehandelt werden.

Revisionseingriffe bei erneuter Instabilität

Eine besondere Herausforderung stellen Rerupturen (Rezidivinstabilitäten) dar. In diesen Fällen ist häufig ein zweizeitiges Vorgehen erforderlich:

1. Auffüllen der bestehenden Bohrkanäle mit Knochen
2. Nach Ausheilung (ca. 4 Monate): erneute Kreuzbandplastik

Zusätzlich sind oft stabilisierende Eingriffe an den Seitenstrukturen des Kniegelenks notwendig.

Individuelle Beratung

In unserer kniechirurgischen Sprechstunde beraten wir Sie nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Unser Ziel ist es, die Stabilität, Funktion und Belastbarkeit Ihres Kniegelenks bestmöglich wiederherzustellen. 

Meniskusschädigung

Die Menisken sind zwei halbmondförmige Knorpelscheiben im Kniegelenk. Sie wirken als Stoßdämpfer zwischen Ober- und Unterschenkel, stabilisieren das Gelenk und schützen den Knorpel. Damit sind sie entscheidend für eine schmerzfreie und gleichmäßige Bewegung.

Ursachen

Ein Meniskusriss kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Akute Verletzungen, häufig im Zusammenhang mit Sport oder Kombinationsverletzungen (z. B. Kreuzbandriss)
  • Degenerative Veränderungen durch langfristige Überlastung, z. B. durch
    • Übergewicht
    • häufiges Arbeiten in der Hocke
    • Fehlstellungen der Beinachse

Da sich degenerative Schäden oft schleichend entwickeln, treten begleitende Knorpelschäden nicht selten auf.

Symptome

Typische Beschwerden bei einer Meniskusschädigung sind:

  • Schmerzen im Bereich des Gelenkspalts
  • Beschwerden bei Beugung oder Belastung
  • zunehmende Schmerzen nach längerer Aktivität

Warnzeichen sind:

  • Blockaden des Kniegelenks
  • ein plötzliches „Verhaken“ mit eingeschränkter Streckfähigkeit

In diesen Fällen kann ein sogenannter Korbhenkelriss vorliegen, der zeitnah behandelt werden sollte.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach Art und Ausmaß der Schädigung:

Konservative Behandlung

Ein degenerativer Meniskusriss kann häufig zunächst ohne Operation behandelt werden, z. B. durch:

  • Schonung und gezielte Belastungssteuerung
  • Physiotherapie
  • Schmerztherapie
Operative Behandlung

Wenn Beschwerden anhalten, Blockaden auftreten oder größere Risse vorliegen, kann ein arthroskopischer Eingriff (Gelenkspiegelung) sinnvoll sein.

Dabei wird der Meniskus:

  • genäht (Meniskusnaht) – wenn möglich, um den Meniskus zu erhalten
  • oder geglättet (Teilresektion) – wenn eine Naht nicht möglich ist

Grundsätzlich gilt: Der Erhalt des Meniskus hat höchste Priorität, da er eine wichtige Schutzfunktion für das Kniegelenk erfüllt.

Individuelle Beratung

In unserer kniechirurgischen Sprechstunde beraten wir Sie umfassend zu Ihren individuellen Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Funktion des Kniegelenks zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden.

Fachbeitrag "Kreuzbandriss einfach nähen"

Eine der häufigsten Verletzungen in Freizeit und Sport ist der Riss des vorderen Kreuzbands. Um die Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen und einen vorzeitigen Gelenkverschleiß zu vermeiden, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verschiedenste Techniken durchgesetzt, die in der Regel das gerissene Band durch eine körpereigene Sehne ersetzen. Es geht jedoch auch anders, wie Dr. Jan Hennings aus der Klinik Manhagen in Großhansdorf erläutert. Er setzt auf die Wiederherstellung des Original-Kreuzbands, welche weitgehend die natürlichen Eigenschaften des Gelenks erhält.

Herr Dr. Hennings, wofür brauchen wir überhaupt das Kreuzband?

Dr. Hennings: Das Kreuzband sorgt dafür, dass Oberschenkel und Schienbein nur in geringen Grenzen gegeneinander verschoben werden können. Reißt es, so verliert das Kniegelenk seine Stabilität und es kommt zum sogenannten Schubladenphänomen. Wird diese Instabilität nicht behoben, so macht sie sich in der Regel nicht nur beim Gehen bemerkbar, sondern sie führt langfristig auch zu einer Abnutzung des Gelenkknorpels, also einer Kniearthrose. Während man früher aufgrund der schlechteren Funktionalität des Gelenks oft nur Sportlern zur Operation riet, strebt man deshalb heute generell eine Rekonstruktion an.

Meist wird heute eine Kreuzbandplastik vorgenommen, d. h. das gerissene Band wird entfernt und durch ein Transplantat aus der Patella-, Semitendinosus- oder Quadricepssehne ersetzt. Sie dagegen nähen das gerissene Band. Wie funktioniert das?

Dr. Hennings: Bei der von uns angewandten Technik wird das Band arthroskopisch genäht. Die Schlüssellochtechnik, bei der wir nur wenige kleine Schnitte benötigen, ist dabei der Schulterchirurgie entlehnt. Das gerissene Band wird in einer Durchflechtungsnaht durch den Bandstumpf geführt und mit nur 4,5 mm großen Knochenankern im anatomischen Zentrum refixiert. Zusätzlich frischen wir den Bandstumpf an, um das Einwandern von Stammzellen in den Defekt anzuregen. So soll die Naht möglichst schnell mit neuem Gewebe durchbaut werden. Diese Verfahrens-weise ist bereits aus der „Healing-Response“-Technik bekannt; hier wird jedoch das gerissene Band nicht genäht, sondern lediglich in die anatomische Position gelegt, während das Bein mit einer Orthese in gestreckter Stellung ruhiggestellt wird. Bei dem von uns verwendeten Verfahren ist das nicht nötig.

Was sind die Vorteile dieser Vorgehensweise?

Dr. Hennings: Dadurch, dass wir das Kreuzband nicht ersetzen, bleibt auch der synoviale Schlauch um das Band mit allen Gefäßen und Propriozeptoren erhalten. Das bedeutet, dass Betroffene die intuitive Koordinations- und Reaktionsfähigkeit behalten, die sonst mühsam wie-der antrainiert werden muss. Besonders Leistungssportler benötigen nicht zuletzt aufgrund dieser nach einer herkömmlichen Kreuzbandplastik auftretenden „Lernphase“ eine lange Trainingszeit, bis sie wieder zur gewohnten Form zurück-kehren. Dagegen berichten die meisten unserer mit der Nahttechnik versorgten Patienten, dass sich das Knie bereits nach kurzer Zeit „wie früher“ anfühlt und auch im Alltag keine Unsicherheit auftritt. Ein weiterer Vorteil ist die deutlich schnellere Rehabilitation gegenüber einem Ersatz des Kreuzbands. Normalerweise ist nach nur sechs Monaten die Sportfähigkeit wieder hergestellt; bei anderen Verfahren kann die knöcherne Integration teilweise bis zu einem Jahr, die vollständige synoviale Einheilung des Transplantats sogar bis zu zwei Jahren dauern. 

Welche Patienten sind für dieses Verfahren geeignet?

Dr. Hennings: Wir gehen davon aus, im besten Fall zwischen

Ambulante Operationen

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