Patientenstory: Bald zurück auf den Beinen – für den Einsatz auf dem Kiez
Medizin & Behandlung
Ein langer Leidensweg
Seit vielen Jahren ist der_Sievi in der ORTHOPRAXIS Schwarzenbek von Dr. Jan Hennings in Behandlung. Sein Knieproblem begleitet ihn jedoch bereits seit Jahrzehnten. Insgesamt sechs Voroperationen bei verschiedenen Ärzten liegen hinter ihm – darunter mehrere Arthroskopien sowie eine Korrektur des Kniescheibenfehlgleitens bei instabiler Kniescheibe, die ebenfalls durch Dr. Jan Hennings in der Klinik Manhagen durchgeführt wurde (Medialisierung der Tuberositas tibiae).
Diese Eingriffe verschafften ihm immer wieder Zeit und konnten die Beschwerden zunächst lindern. Über die Jahre nahmen die Schmerzen aber dennoch weiter zu. Konservative Maßnahmen wie Krankengymnastik und Schmerzmedikation reichten schließlich nicht mehr aus.
Am Ende war die Belastung enorm:
- schmerzfreie Gehstrecke unter 50 Metern
- starke Schmerzen im Arbeitsalltag
- dauerhaft hoher Schmerzmittelbedarf
- schließlich ein nahezu permanenter Schmerz
Für jemanden, der täglich im Einsatz ist, eine enorme Belastung. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich der Zustand des Kniegelenks zunehmend. „Es entwickelte sich eine fortschreitende Arthrose in allen Bereichen des Kniegelenks – innen, außen und hinter der Kniescheibe. Zusätzlich haben knöcherne Anbauten das Gelenk weiter geschädigt. Ein scharfkantiger Knochenvorsprung hat dabei sogar das vordere Kreuzband stark in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt Dr. Jan Hennings, Chefarzt in der Klinik Manhagen.
Bei einem unglücklichen Umknicken zu Hause kam es schließlich zum vollständigen Riss des vorderen Kreuzbandes.
Eigentlich war für den Patienten zu diesem Zeitpunkt eine Schulter-Operation geplant – doch die Situation im Knie ließ keinen Aufschub mehr zu. Zunächst musste das Knie behandelt werden.
Die Entscheidung für eine Operation
Gemeinsam fiel die Entscheidung für eine Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) – also einen vollständigen Gelenkersatz – trotz des vergleichsweise jungen Alters von Herrn Sievert.
Der Eingriff wurde im Vorfeld digital präzise geplant und zusätzlich robotergestützt vorbereitet, um höchste Genauigkeit bei der Implantation zu gewährleisten und die individuelle Anatomie optimal zu berücksichtigen.
Präzision durch Robotik
Während der Operation kam moderne Robotic-Technologie – der „VELYS“ zum Einsatz. Dieser unterstützt das Operationsteam dabei, den Eingriff exakt nach der digitalen Planung umzusetzen.
Das ermöglicht:
- eine millimetergenaue Positionierung des Implantats
- maximale Schonung von Knochen und Weichteilen
- eine individuell angepasste Ausrichtung des Gelenks
Wie geplant konnte ein Oberflächenersatz eingesetzt und alle intakten Bandstrukturen erhalten werden. Zudem wurden vorhandene Narben für einen möglichst schonenden Zugang genutzt. Intraoperativ zeigte sich das gesamte Ausmaß der Schädigung mit tiefen Knorpeldefekten im gesamten Gelenk.
Ein intensiver Start – mit schneller Besserung
Aufgrund der langen Schmerzvorgeschichte wurde ein erweitertes Schmerzkonzept eingesetzt, unter anderem mit lokaler Infiltrationsanalgesie (LIA) und zusätzlichem Nervenkatheter für 48 Stunden. Die ersten Tage nach der Operation waren herausfordernd – doch bereits ab dem dritten Tag stellte sich eine spürbare Besserung ein.
Mit Motivation zurück in den Alltag
Der_sievi zeigte sich von Anfang an hochmotiviert in der Physiotherapie, beim Training mit der Bewegungsschiene (CPM) und ging auch schon selbstständig zum Essen in die Cafeteria der Klinik (schnelle Mobilisation). Auch aus physiotherapeutischer Sicht zeigt sich ein sehr positiver Verlauf:
„Ein dankbarer und stets freundlicher Patient, der jeden Fortschritt zu schätzen weiß und hochmotiviert mit uns gemeinsam an seiner Genesung arbeitet“, berichtet Simone Kanzow, Leitung der Physiotherapie.
Die Entlassung erfolgte am 5. postoperativen Tag in die ambulante Weiterbehandlung. Diese umfasst u.a. physiotherapeutische Betreuung, regelmäßige Kontrollen in der Praxis, Entfernung der Hautklammern nach 14 Tagen, Röntgenkontrolle nach 6 Wochen.
Zurück dahin, wo er gebraucht wird
Für Timo Sievert bedeutet die Operation vor allem eines: Die Chance, wieder voll einsatzfähig zu sein – im Beruf und im Leben. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie moderne Medizin, innovative Technologie und persönlicher Einsatz zusammenwirken können – selbst nach einem langen und belastenden Leidensweg. Und vielleicht ist er schon bald wieder dort unterwegs, wo jede Sekunde zählt: auf dem Kiez – im Einsatz für andere.
Dass der eingefleischte HSV-Fan nun ausgerechnet von einem Bayern-Fan operiert wurde, sorgte zum Abschluss noch für einen lustigen Austausch im Patientenzimmer – medizinisch lief alles perfekt zusammen, fußballerisch gehen beide wohl aber auch zukünftig getrennte Wege 😉


