Bewegungsanalyse in der Klinik Manhagen
Technik auf höchstem Niveau
Die Klinik Manhagen erweitert ihr diagnostisches Spektrum um die Bewegungsanalyse. Das innovative Konzept ermöglicht eine präzise, videogestützte Analyse der Körperstatik und -dynamik und liefert wertvolle Erkenntnisse für die individuelle Diagnostik und Therapieplanung – insbesondere bei orthopädischen Fragestellungen. Damit bietet die Klinik Manhagen eine moderne Grundlage, um Bewegungsabläufe noch gezielter zu verstehen und Behandlungen optimal auf die Bedürfnisse der Patient:innen abzustimmen.



Was wird bei der Bewegungsanalyse gemessen?
Das System erfasst berührungslos und strahlenfrei die Wirbelsäule, das Becken, das Gangbild sowie die gesamte Körperhaltung in Bewegung. Dabei wird über eine Kombination aus optischer 3D/4D-Vermessung und dynamischer Analyse sichtbar, wie sich Fehlhaltungen, Beckenschiefstände oder Wirbelsäulenabweichungen auf die Körperstatik und den Bewegungsablauf auswirken. Diese detaillierten Informationen sind entscheidend für die Ableitung gezielter Therapie- oder Trainingsmaßnahmen – insbesondere bei Rückenschmerzen, Hüft- & Kniearthrose, Verletzungen z.B. Kreuzbandriss, nach Operationen oder bei länger bestehenden Haltungsschäden.
Ein weiterer Baustein des erweiterten Bewegungsanalyse-Konzepts in der Klinik Manhagen ist die EMG-Messung mit Biofeedback-Technologie. Mithilfe kleiner, kabellos über Bluetooth verbundener Sensoren (ähnlich EKG-Elektroden) wird die Muskelaktivität während funktioneller Übungen erfasst. Die Patienten erhalten dabei in Echtzeit über ein Tablet visuelles Feedback zur Muskelanspannung. Diese Methode erlaubt eine gezielte Aktivierung und Korrektur muskulärer Dysbalancen und Schwächen – unterstützt durch sportwissenschaftliche Begleitung.
Zur weiteren Stabilitätsdiagnostik, insbesondere nach Kreuzbandoperationen oder bei Prothesenträgern, werden zusätzlich videogestützte Funktionstests mit hochauflösender Kameratechnik eingesetzt. Diese Tests liefern objektive Daten zur Bewegungsqualität und sind ein wichtiger Bestandteil der individuellen Therapieanpassung.
Ihr Vorteile auf einen Blick
Vor der Operation
- Früherkennung von Bewegungseinschränkungen und Fehlbelastungen: Durch die präzise Vermessung von Gangbild, Beinachse, Beckenstellung und Körperhaltung lassen sich ungünstige Bewegungsmuster frühzeitig erkennen.
- Gezielte Vorbereitung: Aufbau schwacher Muskelgruppen, Schulung der Bewegung und Verbesserung der Gelenkbelastung vor dem Eingriff können den OP-Verlauf und die Genesung positiv beeinflussen.
- Individuelle Planung: Die gewonnenen Daten ermöglichen eine bessere individuelle Einschätzung des Funktionszustands und fließen in die präoperative Therapieplanung ein.
Nach der Operation
- Objektive Verlaufsdokumentation: Gangbild, Gelenkbeweglichkeit und Muskelaktivität werden im Verlauf dokumentiert – Fortschritte oder Probleme können frühzeitig erkannt werden.
- Individuell zugeschnittener Trainingsplan: Auf Basis der Analyseergebnisse wird ein personalisiertes Rehabilitationsprogramm erstellt – angepasst an die aktuelle Belastbarkeit und das Therapieziel.
- Biofeedback in der Übungstherapie: Patienten erhalten bei jeder Übung visuelle Rückmeldung zur Muskelaktivierung – das erhöht Motivation, Trainingseffektivität und Therapiesicherheit.
- Sichere Rückkehr zur Alltags- oder Sportaktivität: Durch videogestützte Funktionstests (z. B. Stabilitätsprüfung mit Dartfish) wird der Zeitpunkt der Belastungssteigerung besser eingeschätzt – etwa beim Übergang vom Gehen mit Hilfsmitteln zum freien Gang.
Trainingsplan via App
- Maßgeschneiderter Trainingsplan über digitale Plattform Physiotec
- Benutzerfreundliche App, mit der Patientinnen und Patienten ihre Übungen auch zu Hause korrekt durchführen können.
- Die App enthält individuell zusammengestellte Übungsvideos, Trainingsanleitungen und Fortschrittskontrollen, abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse.
- Effektiv, nachvollziehbar & motivierend
Fußdruckmessung und Ganganalyse
Die Füße tragen das gesamte Körpergewicht und bilden die Basis für alle Bewegungen. Schon kleine Veränderungen in der Belastungsverteilung können Auswirkungen auf Knie, Hüfte und Wirbelsäule haben. Viele Menschen entwickeln im Laufe der Jahre unbewusste Ausweichmuster, etwa weil sie Schmerzen vermeiden möchten. Diese Veränderungen bleiben häufig lange unbemerkt – führen aber oft zu Über- oder Fehlbelastungen.
Mit der Fußdruckmessung erfassen wir mithilfe einer sensiblen Messplatte exakt, wie Ihr Körpergewicht im Stehen und beim Gehen verteilt ist. Dabei werden Druckspitzen, asymmetrische Belastungen und auffällige Bewegungsabläufe sichtbar, die für das Auge unsichtbar bleiben. Somit ist auch die Fußdruckmessung ein zusätzlicher Baustein, der uns erlaubt, Ihre Reha noch gezielter und individueller zu gestalten.
Ein Beispiel: Bei einem Patienten mit Hüftarthrose zeigt die Messung, dass er seit Jahren sein Gewicht unbewusst auf den Vorfuß verlagert – eine Fehlbelastung, die später auch das Sprunggelenk beeinflusst. Bei einer anderen Patientin mit Hüftarthrose zeigt sich, dass sie durch eine ungleichmäßige Belastung am Becken eine Überlastung der Wirbelsäule erfährt, die sich bis zur Brustwirbelsäule verlagert hat.
Trotz derselben Operation – in diesem Fall einer Hüftprothese – sind die therapeutischen Schwerpunkte in der Reha verschieden, weil die Ausgangsbefunde nicht identisch sind. Mithilfe der kombinierten Vermessung von Wirbelsäule, Becken und Beinachsen sowie der Fußdruckmessung und Ganganalyse werden diese Unterschiede erkennbar. So können wir die Standardtherapie gezielt erweitern und auf die persönlichen Bedürfnisse ausrichten.
Auch hier gilt: Die Ergebnisse lassen sich nach der OP mit den Ausgangsbefunden vergleichen und zeigen, wo ggf. noch nachgesteuert werden kann. Eine Durchführung Wochen vor der OP kann zusätzlich hilfreich sein, ist aber nicht zwingend notwendig (s.o. Abschnitt Wirbelsäulenvermessung, Beckenstatik und Beinachsenvermessung).
Muskelaktivitätsmessung (EMG mit Biofeedback)
Muskeln steuern jede Bewegung und sorgen für die Stabilität unserer Gelenke. Nach einer Operation ist es entscheidend, dass bestimmte Muskelgruppen wieder gezielt aktiviert und trainiert werden. Häufig haben sich aber über viele Jahre unbewusste Muster entwickelt: Manche Muskeln arbeiten zu viel, andere sind zu schwach oder schalten sich im falschen Moment ein.
Mit der Elektromyografie (EMG) können wir die Aktivität der Muskulatur präzise messen. Über kleine Elektroden auf der Haut wird aufgezeichnet, wann und wie stark ein Muskel arbeitet. Das Besondere: Über ein Biofeedback-System können Sie Ihre Muskelaktivität sogar in Echtzeit auf einem Bildschirm verfolgen. So wird sichtbar, welche Muskelgruppen gezielt trainiert oder umgelernt werden müssen. Die EMG-Messung ist also ein zusätzlicher Baustein, der Ihre Reha noch individueller macht: Wir erkennen exakt, wo die muskulären Schwerpunkte in Ihrer Therapie liegen sollten.
Ein Beispiel: Bei einem Patienten mit einer Knieprothese zeigt sich, dass bestimmte Muskeln rund um das Gelenk inaktiv bleiben, während andere überlastet sind. Bei einer anderen Patientin mit einer Schulteroperation wird sichtbar, dass sich Rückenmuskeln im falschen Moment anspannen – eine Ursache für Beschwerden, die ohne Messung verborgen geblieben wäre.
Auch hier gilt: Die Ergebnisse lassen sich nach der OP mit den Ausgangsbefunden vergleichen und zeigen, wo sich bereits Verbesserungen eingestellt haben und wo ggf. noch nachgesteuert werden sollte. Eine Durchführung Wochen vor der OP kann zusätzlich hilfreich sein, ist aber nicht zwingend notwendig (s. o. Abschnitt Wirbelsäulenvermessung, Beckenstatik und Beinachsenvermessung).
Wirbelsäulenvermessung, Beckenstatik und Beinachsenvermessung
Die Wirbelsäule verbindet alle großen Gelenke und spielt eine entscheidende Rolle für Haltung, Beweglichkeit und Belastungsverteilung im Körper. Das Zusammenspiel von Becken und Beinen beeinflusst maßgeblich, wie sich Belastungen auf Knie- und Hüftgelenke verteilen.
Schon kleine Abweichungen in diesem Gefüge können langfristig zu Fehlbelastungen führen. Veränderungen entstehen oft über viele Jahre – manchmal ganz unbemerkt. So kann es vorkommen, dass Knieprobleme lange Zeit über das Becken oder die Wirbelsäule ausgeglichen werden, bis schließlich noch zusätzlich Rückenschmerzen auftreten.
Mit der modernen, strahlenfreien 3D/4D-Vermessung können wir die Wirbelsäule im Stand (statisch) und in der Bewegung (dynamisch beim Gehen) erfassen. Dabei werden nicht nur Fehlhaltungen sichtbar, sondern auch individuelle Muster, wie Ihr Körper Belastungen überträgt und kompensiert.
Unabhängig von dieser Untersuchung erhalten alle Patientinnen und Patienten nach einer Operation eine bewährte und qualitativ hochwertige Rehabilitation. Die Wirbelsäulenvermessung ist jedoch ein zusätzlicher Baustein, der uns erlaubt, Ihre Reha noch zielgerichteter und individueller zu gestalten.
Ein Beispiel: Bei einem Patienten mit Kniearthrose zeigen die Messungen, dass das Knieproblem jahrelang über das Becken und Wirbelsäule ausgeglichen wurde – mit der Folge einer veränderten Haltung. Bei einem anderen Patienten mit Kniearthrose wird sichtbar, dass die Knieschmerzen zu problematischen Fehlhaltungen der Sprunggelenke geführt hat.
Obwohl beide eine Knieprothese erhalten, setzen wir in der Reha unterschiedliche Schwerpunkte – genau passend zu ihrem Befund. Solche Unterschiede erfassen wir mit der kombinierten Wirbelsäulenvermessung und Messungen der Beckenstatik bzw. Beinachsen. Dadurch können wir – ergänzend zur standardisierten Therapie – gezielte Schwerpunkte setzen, die genau zu Ihrem persönlichen Befund passen.
Nach einigen Monaten können wir die neuen Messungen mit den Ausgangsbefunden vergleichen. Dadurch wird sichtbar, was sich bereits verbessert hat und wo noch gezielt nachgesteuert werden sollte. So erhalten Sie konkrete Antworten auf die Frage: Warum ist manches schon gut, anderes aber noch nicht vollständig besser?
Wenn die Untersuchung schon einige Wochen vor Ihrer Operation möglich ist, können wir Sie sogar gezielter auf den Eingriff vorbereiten. Dies ist eine sinnvolle Zusatzoption, aber kein Muss. Auch wenn die Messung erst kurz vor der OP erfolgt, haben Sie den gleichen entscheidenden Vorteil: eine Reha, die über den Standard hinaus noch genauer auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist.
„Mit der Einführung des Mobility Labs bieten wir unseren Patientinnen und Patienten eine neue Dimension der Bewegungsanalyse. Das System ermöglicht es uns, präzise Diagnosen zu stellen und individuell angepasste Therapiepläne zu erstellen. Besonders bei orthopädischen Themen wie Knie-Totalendoprothesen (TEP) oder Rückenproblemen können wir so nicht nur den Heilungsprozess optimal begleiten, sondern auch schon vor der Operation gezielt therapeutische Maßnahmen einleiten. Die Kombination aus modernster Technologie und unserer medizinischen Expertise garantiert eine maßgeschneiderte Behandlung, die den Heilungsprozess beschleunigt und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig verbessert.“

Berührungslose und strahlenfreie Vermessung von Wirbelsäule, Becken, Gangbild sowie die gesamte Körperhaltung.

Dr. Sven Gunnar Laabs
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ärztlicher Leiter Physikalische Therapie

Marcel Petersen
Sportwissenschaftler

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